Winser Museumshof
Das Erlebnis in Winsen


Ein kleines niederdeutsches Hallenhaus in Zweiständerbauweise bildet den Mittelpunkt des Freilichtmuseums. Das Kötnerhaus wurde 1653 von Dietrich Olvers gebaut und 1980 am ursprünglichen Standort an der Kahlenweide hier in Winsen abgebaut und 1982 als erstes Gebäude der Museumsanlage wiedererrichtet.Das Haus ist ein für die norddeutsche Gegend typisches Wohnstallhaus, das Wohnung, Stallraum und Erntelager unter einem Dach vereinte. Es wird auch als Rauchhaus bezeichnet, da bis zum 19. Jh. kein Kamin vorhanden war. Über der Herdstelle wurden Würste, Schinken und Speckseiten geräuchert. Durch das Eulenloch im Giebel zog der Rauch nach außen.Eine umfangreiche und vielfältige Innenausstattung, die aus der Jahrhundertwende stammt, vermittelt einen guten Einblick in die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung der Südheide.




Das Kutschenhaus wurde um 1860 erbaut und befand sich als Restgebäude auf dem "Hingstmannschen Hof" in Winsen. 1984 wurde es abgetragen und 1985 neu errichtet. Früher diente es zum Unterstellen von Pferden und Kutschen, sogar der Kutscher schlief in dem Gebäude. Im Obergeschoss lagerten Stroh und Heu. Das Gebäude wird im Erdgeschoß als Kasse, Information und Museumsladen genutzt, im Obergeschoss wird an alten Webstühlen und Spinnrädern gearbeitet.

 



 

Dieses imposante Bauernhaus, „Dat groode Hus“, stammt aus dem Jahr 1795. Es wurde in kurzer Zeit genau dort errichtet, wo der Vorgängerbau abgebrannt war. Davon zeugt die Inschrift am Haus: „den 5. Mai brannt ich nieder, den 2. Juli stand ich wieder“. Das bezog sich natürlich nur auf die von Zimmerleuten errichtete Holzkonstruktion.

Zu einem bäuerlichen Hof gehörten auch Wirtschaftsgebäude. Die Heuscheune ist ein Dreiständerbau aus der Zeit um 1840. Bemerkenswert ist, dass die verbauten Hölzer bereits vorher für ein wesentlich älteres Haus verwendet wurden. Zu dieser Zeit war Holz wegen der Übernutzung der Wälder selten geworden. Zwei Ständerreihen sind mit Holzbrettern verkleidet, durch deren Spalten Luft durchziehen und das Heu trocknen konnte. Die dritte Ständerreihe ist an den Querseiten offen. Die beladenen Heuwagen fuhren unter das Dach. Vom Wagen konnte das Heu durch eine Öffnung auch auf den Dachboden befördert werden.
Der Heimatverein zeigt in der Heuscheune landwirtschaftliche Werkzeuge und Geräte für die Garten-, Feld- und Ackerbestellung sowie zur Ernte und Verarbeitung von Lebensmitteln und Rohstoffen.




Der Schweinestall wurde um 1860 in Südwinsen errichtet. Schweine waren aufgrund der Geruchsbelästigung nicht wie die Rinder im Haupthaus untergebracht.
An der linken Längsseite befindet sich ein Plumpsklo – eine nützliche Weiterentwicklung, nachdem die Notdurft in früheren Zeiten entweder im freien Gelände oder im Stallbereich des Wohnhauses verrichtet worden war. Toiletten mit Wasserspülung waren bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht üblich. 




Backhäuser gab es in jedem Dorf, oft auch auf einzelnen Höfen. Sie standen wegen der Brandgefahr etwas abseits. Ungefähr einmal im Monat wurde dunkles, lange haltbares Brot gebacken. Dazu wurde das Brennholz – meinst Buchenholz - im Steinbackofen aufgeschichtet und angezündet. Durch das Feuer wurden die Steine des Ofens erhitzt. Nach dem Entfernen der Asche kamen die Brotlaibe in die steinerne Backkammer. Anschließend wurde Kuchen gebacken oder Obst gedörrt, wenn der Ofen nicht mehr so heiß war.