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Das Flett - Kern des Hofes

Der Küchenraum, das Flett, mit der offenen Herdstelle bildet von alters her den Mittelpunkt des häuslichen Lebens. Der Herd war nicht nur ein Ort, an dem die Nahrung zubereitet wurde, vielmehr diente er den Hausbewohnern auch als gemütlicher Platz, als Wärme- und Lichtquelle.

Hier versammelte man sich gern nach Feierabend. Die Frauen saßen am Spinnrad, die Männer besserten Körbe aus und die Kinder schitzten Holznägel. Es wurde gesungen und viel geredet. Das Feuer durfte nie ausgehen, sein Erlöschen bedeutete Unglück. Im Glauben des Volkes war der Herd eine heilige Stelle, von dem sogar ein Fruchtbarkeitszauber ausging, der auch Feldfrüchte, Obstbäume und Vieh betrafen.

Viele Bauernhäuser besaßen keinen Schornstein, der Rauch zog durch ein ausgeklügeltes System von Spalten schließlich durch das "Eulenloch" ("Uhlenflucht") ab. Der Rauch wurde auch genutzt, um im sogenannten "Wiemen" Schinken, Würste und Speck zu räuchern.