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Der Kalandhof wurde Ende November 2005 eingeweiht

Das Café ist fertig!

Eröffnung Kalandhof
Eröffnung Kalandhof
Eröffnung Kalandhof
Eröffnung Kalandhof

Neue Räume für den Winser Museumshof und seine Besucher

Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde ein weiteres vor dem Verfall gerettetes Fachwerkgebäude seiner neuen Nutzung übergeben. Der Kalandhof, ein nach einem Brand 1781 neu errichtetes Zweiständerhallenhaus wurde auf das Gelände des Winser Museumshofes umgesetzt. Am 19. und 20. November waren die 850 Mitglieder des Winser Heimatvereins sowie die Anlieger und Freunde zur Vorbesichtigung des Hauses eingeladen, am 25. November erfolgte die offizielle Eröffnung in Anwesenheit zahlreicher Gäste.

Der Hof ist nach seinen ehemaligen Grundherren, den „Kalandbrüdern“ benannt. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Bauern tributpflichtig und mussten jährliche Abgaben an ihren Grundherrn leisten. Der Hof war der einzige in Winsen, dessen Pacht der Kalandbrüderschaft zustand, einem katholischen Orden von Geistlichen und Laien, der sich im Mittelalter entwickelte. Seine Angehörigen beteten für das Seelenheil ihrer Mitglieder und widmeten sich der Armenpflege. 1873 löste der damalige Hofpächter Johann Heinrich Thies die Pacht gegen eine einmalige Summe ab und wurde Eigentümer von Haus und Hof.

Der Winser Heimatverein verwirklichte das Projekt mit Hilfe der Europäischen Union, die Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bereit stellte, sowie der Agentur für Arbeit in Celle und der Regionalen Sparkassenstiftung. Im Obergeschoss steht nun ein großer Seminarraum mit moderner Technik zur Verfügung. Der Heimatverein plant hier museumspädagogische Angebote für Kinder und Erwachsene: Malen, Basteln, Geschichten hören, Vorträge und andere Aktivitäten können hier das ganze Jahr über stattfinden. Der Raum ist auch für externe Schulungen oder Seminare zu buchen. Neben Gegenständen aus dem bäuerlichen Leben früherer Zeiten sammelt der Winser Heimatverein auch Unterlagen und Dokumente zur bäuerlichen Geschichte Winsens. Sie finden in Zukunft im Archiv und Magazin Platz.

Im Erdgeschoss lädt ab sofort ein Café zu regionalen Spezialitäten ein. Die Pächterin Carola Stöckmann hat eine mehrschichtige „Heidetorte“ kreiert, um ihre Gäste zu verwöhnen. Der im früheren Flett freundlich eingerichtete Raum mit seinen Holzständern und gemütlichem Licht bietet modernen Komfort. Ob die Gäste bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen daran denken, dass nach dem Bau des Hauses vor mehr als 200 Jahren am Flett auf dem offenen Feuer gekocht wurde, Kühe in den Kübbungen standen und auf der Diele das Korn gedroschen wurde? Hinter dem Haus wurde eine Obstwiese mit alten Apfelbaumsorten angepflanzt, wie sie für diese Gegend typisch waren. Einerseits wurden weit verbreitete Sorten ausgewählt, andererseits heute selten gewordene Sorten, die vom Aussterben bedroht sind. Im Sommer genießen die Besucher von der Caféterrasse den Ausblick auf den „Applhoff“.