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Alte Feldscheunen und Ställe

Sonderausstellung in "Dat groode Hus"

von Mechtild Furniss

Mechthild Furniss
Gemälde

Unsere Landschaft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Acker- und Grünflächen, frei stehende Bäume, Gehölze, Straßen und Wege und Dorfansichten formen unsere meist flache Landschaft in der Südheide. Auch die landwirtschaftlichen Gebäude außerhalb der Ortschaften, so klein und unscheinbar und so versteckt sie im Einzelnen sein mögen, gehörten zu unserem Landschaftsbild.
Über die letzten zehn Jahre sind mir diese landwirtschaftlichen Gebäude auf Wanderungen und Spaziergängen immer wieder begegnet. Ich habe sie skizziert, manchmal fotografiert und sie dann zuhause gemalt, um sie auf Papier oder Leinwand zu erhalten. Manche habe ich mehrmals porträtiert, um festzuhalten, was Wind und Wetter inzwischen aus ihnen gemacht haben. Oft liegen einige Jahre dazwischen und einige wollte ich noch einmal aufsuchen, um eine neuere Zeichnung anzulegen und - da waren sie schon nicht mehr da.
Diese Holzgebäude, die ich in den unterschiedlichsten Stadien des Verfalles gezeichnet oder gemalt habe, erzählen beim Betrachten ihre oft lange und bewegte Geschichte. Das verwendete Material, die Verarbeitung und die vielen, meist groben Reparaturen und Veränderungen und die Spuren der Nutzung sagen eine Menge über ihre Vergangenheit und auch das eventuelle Alter aus. Manchmal sind es kleine Details, wie liebevoll gebaute Starenkästen, die noch an den Bretterwänden hängen oder sorgfältig ausgedachte und gearbeitete Verschlüsse an den herabhängenden Türen, die auf ihre frühere Wertschätzung und die Erbauer schließen lassen.
Einige Scheunen stehen noch stolz und gerade auf ihrem Acker, einige sind über die Jahre von Bäumen eingewachsen und stehen nun seltsam und einsam "im Wald", und einige sehen jetzt aus als würden sie in einem Bett aus Brombeerranken und Brennnesseln buchstäblich versinken. Es sind aber auch Bilder von alten Gebäuden, die trotz des Alters gut erhalten scheinen und vielleicht noch eine gewisse Zukunft haben.
Für mich als Künstlerin ist es sehr reizvoll und spannend diese Unvollkommenheit, das alte silbrig verwaschene Holz, die schiefen Bretter und die verblichene Schönheit in der sie umgebenden Landschaft auf den Bildern festzuhalten, und ich hoffe bei Ihnen beim Betrachten der Ausstellung auch etwas Begeisterung für diese alte, so schnell verschwindende Volksbaukunst zu wecken.
MF