• DE

8. Juli 2018 - Große Wäsche auf dem Lande um 1800 - Sonntagsführung auf dem Museumshof

kostenlose Führungen um 11:30 Uhr und 15 Uhr (nur Museumseintritt)

Große Wäsche. Das war bis ins 20. Jh. ein besonderer Kraftaufwand für die Frauen auf den Höfen:
> Das Zeitalter der Elektrizität begann erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Seit den 1930er Jahren wurden allmählich die kleineren Gemeinden ans Stromnetz angeschlossen. Woher kam also die Energie für die Große Wäsche?
> Die zentrale Wasserversorgung in den Häusern begann Anfang des 20. Jh. zunächst in den großen Städten. Doch Große Wäsche verlangt große Mengen an Wasser. Woher also nahmen die Frauen weiches, sauberes Waschwasser?
> Doch Energie und Wasser machen die Wäsche noch nicht sauber. Man braucht auch wirksame Waschmittel. Aber PERSIL wurde erst 1907 bekannt. Woher nahmen also die Frauen auf den Dörfern ihre Waschmittel?
> Weißwäsche sollte auch auf den Höfen richtig weiß sein. Den „Weißen Riesen“ gibt es aber erst seit 1966. Dafür hat das Wäschebleichen eine über 7000-jährige Geschichte. Wie also bleichte man auf den Höfen in den Dörfern das weiße Leinen?
> Was uns heute das Wäschewaschen erleichtert, kann man in jedem Supermarkt kaufen. Doch die „Tante-Emma-Läden“, gründeten sich flächendeckend erst im 19. Jh. Woher also bekamen die Dorffrauen ihre Wasch- und Bleichmittel?
> Wäschewaschen ist heute längst alltäglich und erfolgt eher nebenbei. Das war bis ins frühe 20. Jh. auf den Dörfern ganz anders: Die Wohlhabenden ließen ihre Große Wäsche waschen oder wuschen sie zwei‑, dreimal jährlich. Ärmere Familien mussten sich monatlich diese Mühe machen: Ihr Wäschevorrat war zu klein.
Der Museumshof will die Lebensumstände der früheren Bewohner offenbaren. Am Beispiel der Großen Wäsche ist leicht nachzuvollziehen, wie hart und entbehrungsreich das Leben der Menschen gewesen ist:
> Wir werden mit den Besucherinnen und Besuchern die Waschmittel selbst herstellen, ganz so wie die Bewohner vom Olvershof, erbaut 1653.
> Wir werden die verschiedenen Textilarten kennenlernen: Hanf, Leinen, Nessel, Schnuckenwolle und die der Schafe.
> Wir werden das Wäschewaschen vorführen. Alle Besucherinnen und Besucher können die selbstgemachte Wäschelauge testen und beim Waschtag mitmachen.